Die Zeitfresser

So lange ich Computer benutze, spiele ich auch mit ihnen und auf ihnen. Das führte irgendwann dazu, dass ich mir meine Windows-PC selber zusammenstellte und zusammenschraubte, weil die Hardwareanforderungen mit der grafischen Weiterentwicklung der Spiele stetig wuchsen. Immer neue Grafikkarten, schnellere Prozessoren und Speicher mussten in immer leistungsfähigeren Gesamtsystemen zusammengefasst werden. Das Schrauben am PC ist auch heute noch für viele ein interessantes und nicht eben billiges Hobby.

Ich habe mir allerdings meinen neuesten PC „von der Stange“ gekauft, weil ich nicht die Zeit aufbringen wollte, mich ständig über die neuesten Komponenten zu informieren. Mir kam und kommt es sehr darauf an, einen leistungsfähigen und dabei auch noch leisen Rechner an meinem Arbeitsplatz stehen zu haben. Diese Faktoren auf einigermaßen preisgünstige und für ein paar Jahre ausreichende Weise zusammenzubringen, erfordert eine Menge Erfahrung und Information.

Nun ist es ein Rechner von HP, der mit einer schnellen Grafikkarte, einem Prozessor der letzten Generation und viel RAM-Speicher ausgerüstet ist. Und leise ist er auch.

Und warum das alles? Für ein wenig Schreiben und im Internet Surfen reicht eine deutlich einfachere Ausstattung. Wer – wie ich – allerdings Videos schneiden möchte, diese auch noch mit Effekten versieht, wer mit Photoshop Bilder in mehreren Ebenen bearbeitet, aufwändige 3D-Programme zum  Erstellen von Skulpturen und Malprogramme mit  Partikelpinseln benutzt, der muss eine Hochleistungsmaschine dazu verwenden.

Und wenn man, wie ich, gern bildgewaltige PC-Spiele spielt, erst recht.

Rollenspiele in jeglicher Form fesselten mich neben Strategiespielen am meisten. Von all den vielen, die ich im Laufe der Jahre auf meinen Rechnern installiert und gespielt hatte, ist im Wesentlichen nur noch eins übrig geblieben: World of Warcraft der Firma Blizzard. Wer sich gründlicher über das Spiel, die Kosten und ähnliches informieren möchte, folge bitte dem Link.

Grundsätzlich geht es in WoW darum, in der Rolle eines Kriegers, Magiers oder einer anderen Rollenspielklasse einer Fraktion gegen Monster, Dämonen, Tiere und humanoide Gegner einer anderen Fraktion zu kämpfen. Dabei werden Aufgaben, sogenannte Quests, abgearbeitet. Als Belohnung winken unterschiedliche Waffen, Rüstungen, nützliche Gegenstände wie Handwerkswaren oder auch Gold. Außerdem sammelt man Erfahrung, um Stufen in der Hierarchie aufzusteigen. Man beginnt bei Stufe 1, zur Zeit ist die Höchststufe 110. Es dauert bei „normaler“ Spielzeit von zwei bis drei Stunden pro Tag einige Wochen bzw. Monate, bis man diese Stufe erreicht. Verlängert wird der Prozess durch das Erlernen von Handwerken (z.B. Schmied, Alchemist), das Sammeln der Ressourcen (im vorgenannten Fall Erz oder Kräuter) und das Erringen von sogenannten Erfolgsfortschritten, um Reiten  oder Fliegen zu lernen, eine Garnison aufzubauen, eine Ordenshalle weiter zu entwickeln und vieles mehr. Die Quests spielen sich in unterschiedlichen Teilgebieten der WoW-Welt ab. Inzwischen hat es etliche Erweiterungen gegeben, die zum Teil neue Welten oder Kontinente geliefert haben.

Das wirklich spannende an diesem Spiel ist die Möglichkeit, in Echtzeit mit vielen anderen Spielern Aufgaben gemeinsam zu lösen, also zum Beispiel in sogenannten Dungeons wirklich mächtige Gegner gemeinsam zu bekämpfen und natürlich wirklich wertvolle Beute zu machen. Mit diesen anderen Spielern kann man Gilden gründen, in denen sich für gemeinsame Unternehmungen verabredet wird.

Innerhalb des Spiels gibt es auch ein ausgeklügeltes Wirtschaftssystem. Selbst hergestellte oder erbeutete Gegenstände können bei Händlern (sogenannten NPC) oder wesentlich lukrativer in Auktionshäusern verkauft werden. Dort stehen sie für die anderen Spieler zum Kauf bereit. Auf diese Weise lässt sich ein Vermögen ansammeln, dass man zur Anschaffung eigener hochwertiger Rüstungen oder seltener Reittiere ausgeben mag. Vorräte und Beute werden unterwegs in Taschen unterschiedlicher Größe verstaut, in den Hauptstädten können sie im eigenen Bankfach deponiert werden. Von Spieler zu Spieler können Geld oder Beute, sofern sie nicht seelengebunden ist, auch per Post zugestellt werden.

Es würde den Rahmen dieser Kurzvorstellung sprengen, hier alle reizvollen Details des Spiels darstellen zu wollen. Nur soviel: meine Frau und ich spielen WoW praktisch seit seiner Veröffentlichung im Februar 2005. Wir haben zwischendurch mal Pause gemacht, gehören trotzdem zur „alten Spielergarde“, die noch die ersten Startgebiete in ihrer frühen Fassung kennengelernt haben. Wir sind die einzigen Mitglieder in  unserer eigene Gilde („Kern der Allianz“ auf dem Server „Todeswache“ übrigens) und spotten manchmal über unser Alter. Denn mit unseren 67 und 64 Jahren gehören wir sicher nicht mehr zur typischen Altersgruppe für derartige Rollenspiele. Und leider gibt es WoW nicht für Senioren mit abgeschwächtem Schwierigkeitsgrad. Aber Solitär ist uns denn doch ein bisschen zu langweilig…

 



Kategorien:Computerspiele

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