In-App-Käufe

Als Stammkunde im App-Store bin ich inzwischen mit unterschiedlichen Formen von sogenannten In-App-Käufen konfrontiert worden.

Dabei sind mir im Wesentlichen folgende untergekommen:

  1. Käufe zum Entfernen von Werbung
  2. Käufe der Vollversion einer App nach dem Download einer kostenlosen Probeversion
  3. Käufe von zusätzlichem Content, wobei hier noch zwei Arten zu unterscheiden sind. Einmal die Inhalte, die mir erhalten bleiben und dann jene, die sich verbrauchen.

In der ersten Gruppe finden sich oft kleine Apps, die schnell und billig programmiert sind, kleine Spiele für Zwischendurch, Anwendungen, die nur wenige ausgewählte Funktionen haben und sich über Werbung finanzieren, die innerhalb der App eingeblendet wird. Diese oft sehr invasiven Präsentationen können sehr störend sein und das mit Absicht. Um sich von diesen „Plagegeistern“ zu befreien, wird angeboten, gegen einen gewissen (Auf-)preis, die Werbung (ads) zu entfernen.

Zur zweiten Gruppe gehören Spiele und Anwendungen, die man entweder bis zu einem gewissen Level spielen kann bzw. die nur einen reduzierten Funktionsumfang haben. Um die volle Funktionalität zu bekommen, muss die App dann bezahlt werden. Typische Beispiele sind Zeichenprogramme, die nur wenige Pinsel zur Verfügung stellen oder Produktivitätsapps – wie Schreibprogramme oder Terminplaner – bei denen die Synchronisations- und Speichermöglichkeiten erst freigeschaltet werden müssen. Eine Variation ist dabei dann auch noch ein Mietmodell, bei dem also die App nicht einmalig gekauft wird, sondern nur zeitlich begrenzt lauffähig ist. Der Abo-Preis ist nach wöchentlicher, monatlicher oder jährlicher Laufzeit gestaffelt.

Bei den Spielen, die z.B. eine Geschichte erzählen, kann man sozusagen nur den Beginn der „Heldenreise“ spielen, der Abschluss und die Auflösung kostet Bares.

Die dritte Gruppe ist nach meinem Empfinden die unangenehmste, weil sie große Schnittmengen hat mit einem Prinzip, das in der Umgangssprache mit dem Wort „Abzocke“ belegt wird. Was bedeutet das?

Nehmen wir ein Rollenspiel oder ein Strategiespiel, das davon lebt, dass innerhalb des Spiels auch Ressourcen gesammelt oder erbeutet werden, um seinen Helden, die eigene Metropole oder sonstige Ausstattungen zu entwickeln, wobei diese Ressourcen in spieleigenen Shops eingesetzt werden. Man geht also mit seinem Helden zu einem Händler, der einem die rostige Rüstung für ein paar Kupferstücke abkauft. Was wäre aber, wenn die benötigten Ressourcen im Spiel so selten gefunden werden, dass die Weiterentwicklung zu einem unerträglich zähen und zeitraubenden Vorgang wird? Wenn ich also für meine eigene Traumrüstung, ohne die der Kampf gegen den Endlevel-Gegner absolut aussichtslos ist, Hunderte Goldstücke löhnen muss?  Richtig, der mehr oder weniger ungeduldige Spieler sieht sich nach anderen Quellen um und wird im Shop des Spielentwicklers fündig. Dieser hat sich übrigens schon bei jedem Start des Spiels mit einer eingeblendeten Werbung in Erinnerung gebracht. Die Preise der – logischerweise – verbrauchbaren Ressourcen können im Laufe der Zeit bis zu Hunderten (!) von Euros betragen.

Ähnlich geht es auch beim Content zu, den man immerhin im Spiel behält. Typisch sind Flugsimulationen und Rennspiele, in denen neben den mitgelieferten Grundmodellen diverse andere  Flugzeuge oder Rennwagen im Shop zu bekommen sind. Selbstverständlich sind die ausnahmslos attraktiver als die Gurken der Grundausstattung.

Besonders gemein finde ich Rätselspiele, die so angelegt sind, dass man ohne externe Tipps keine Chance hat, sie zu lösen. Und diese Tipps muss man allenthalben bezahlen, etwa für 10 Tipps 99 Cent oder ähnliches.

Leider wird der Anteil der Spiele mit In-App-Käufen immer größer. Apple stellt regelmäßig auf der ersten täglich neu generierten Seite im Store neue Gruppen von Spielen vor. Nach meinen Beobachtungen sind 6 bis 8 von 10 Spielen auf diese Weise konzipiert, was den Entwicklern teilweise Millionenbeträge in die Kassen spült. Auch wenn die Ausgabe für den Einzelnen mit wenigen Euros nicht besonders gravierend erscheint.

Was kann man tun, um nicht mehr Geld zu zahlen als nötig? Auf jeden Fall genau prüfen, ob eine App schon in der Überschrift den kleinen Vermerk trägt „In-App-Käufe“. Denn dann ist schon von vornherein klar, dass irgendwann die Entscheidung „Ist es mir das wert?“ eine besondere pekuniäre Bedeutung bekommt.



Kategorien:Computerspiele, Produktivität, Software

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